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Spannungen zwischen Frankreich und dem Irak: Kouchner entschuldigt sich für Rücktrittsforderung

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Spannungen zwischen Frankreich und dem Irak: Kouchner entschuldigt sich für Rücktrittsforderung

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Der französische Außenminister Bernard Kouchner hat sich am Montag für seine Rücktrittsforderung an dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki entschuldigt. Er bedauere, sich in irakische Angelegenheiten eingemischt zu haben, sagte der Minister. Nach einem Besuch in Bagdad hatte Kouchner erklärt, Maliki müsse ausgetauscht werden, da seine Regierung handlungsunfähig sei.

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy stellte sich hinter Kouchner. Die einzige Lösung für den Irak sei eine politische Lösung, sagte Sarkozy beim traditionellen Botschaftertreffen in Paris. Dafür müssten die extremistischen Gruppen bekämpft und es müsse ein echter Prozess der nationalen Einheit eingeleitet werden. Diese Botschaft habe Kouchner in Bagdad vermitteln wollen, eine Botschaft der Solidarität. Daher sei Kouchners Reise nach Bagdad nötig gewesen und er habe sie souverän absolviert. Weniger begeistert hatte Nuri al-Maliki selbst auf Kouchners Äußerungen reagiert. Er übte heftige Kritik an westlichen Politikern und rief auch die USA auf, endlich zur Besinnung zu kommen – nachdem sogar US-Präsident Bush Maliki vorsichtig kritisiert hatte.

Die Regierung im Irak steckt seit Monaten in einer Krise, da sie nur von einem Teil der schiitischen Bevölkerungsmehrheit und den Kurden unterstützt wird. Mehrere Versuche, ein Kabinett auch mit Vertretern der sunnitischen Minderheit zu bilden, blieben bislang erfolglos.