Eilmeldung

Eilmeldung

Blutige Wallfahrt: Schiiten kämpfen gegen Schiiten

Sie lesen gerade:

Blutige Wallfahrt: Schiiten kämpfen gegen Schiiten

Schriftgrösse Aa Aa

Ein Blutbad unter schiitischen Pilgern hat den religiösen Feiern im irakischen Kerbela ein Ende gemacht. Busse wurden organisiert, um die Menschen aus der Stadt zu bringen. Die Behörden hatten die Evakuierung der heiligen Stätten angeordnet. Mehr als 30 Menschen starben, fast 180 wurden verletzt. Schon in der Nacht zum Dienstag hatte es Gefechte zwischen Anhängern des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al Sadr und Polizisten gegeben. Unter den zwei Millionen Pilgern brach Panik aus. Die Kämpfer beschossen sich mit Handfeuerwaffen und Mörsern.

Zum ersten Mal seit dem Sturz des Saddam-Regimes haben nicht Anschläge von Sunniten eine schiitische Wallfahrt überschattet. Diesmal sind es Auseinandersetzungen von rivalisierenden schiitischen Gruppierungen: zwischen Sadr-Anhängern und der Polizei, die der Badr-Bewegung des Obersten Irakischen Islam-Rates zugeordnet wird. Beide stellen auch die größten schiitischen Fraktionen im Parlament. Badr- und Sadr-Gruppen konkurrieren um die Macht über die schiitischen Orte im Süden des Irak.