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Griechenland: Flammeninferno dauert an - Dutzende Tote, Tausende auf der Flucht

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Griechenland: Flammeninferno dauert an - Dutzende Tote, Tausende auf der Flucht

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Die verheerenden Waldbrände in Griechenland bringen rund drei Wochen vor den Parlamentswahlen die Regierung in Bedrängnis. In Athen versammelten sich Hunderte Menschen zu einer Kundgebung. Ihr Tenor: Alle Regierungen der letzten Jahrzehnte seien für das Ausmaß der Katastrophe mit verantwortlich, da sie Bodenspekulationen nicht ausreichend bekämpft hätten. Ministerpräsident Kostas Karamanlis berief sein Kabinett zu einer Krisensitzung ein und forderte die Bürger zur Einheit auf. Man könne keine jahrelang geübten Praktiken rückgängig machen, sagte er, aber die Beziehung zwischen Staat und Bevölkerung müsse künftig auf Respekt, Solidarität und Würde basieren.

Die Armee sowie verschiedene Hilfsorganisationen versuchen, die Menschen in den Katastrophengebieten mit Nahrungsmitteln, Wasser und Kleidung zu versorgen. Zudem wurden Zeltlager für jene errichtet, die ihre Häuser durch die Flammen verloren haben. Viele fanden auch in Kirchen vorübergehend eine Bleibe. Die Regierung versprach den Betroffenen finanzielle Soforthilfen.

Unterdessen tobt das Flammeninferno weiter. Mehr als 60 Menschen kamen bei den Bränden ums Leben. Rund 110 Dörfer wurden nach Schätzungen vollständig oder teilweise zerstört, und wegen der zahlreichen Tierkadaver wächst die Angst vor Seuchen. Tausende Menschen sind auf der Flucht vor den Flammen, die ihre gesamte Habe vernichteten. Zahlreiche europäische Staaten, darunter auch Deutschland, Österreich und die Schweiz, schickten Fahrzeuge, Löschflugzeuge oder Rettungshubschrauber zur Evakuierung der Katastrophengebiete. Die Polizei nahm mehr als 100 Menschen vorübergehend fest, die verdächtigt werden, mehrere Brände gelegt zu haben. Sieben von ihnen wurden angeklagt.