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Türkei: Gül vor drittem Wahlgang zum Präsidentenamt

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Türkei: Gül vor drittem Wahlgang zum Präsidentenamt

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Die türkische Armee wird auch künftig die von Staatsgründer Atatürk verfügte Trennung von Staat und Religion verteidigen. Das hat das Militär kurz vor der zu erwartenden Wahl Abdullah Güls zum neuen Präsidenten klar gestellt. Der bisherige Außenminister war zuvor in zwei Wahlgängen an der Zweidrittelmehrheit gescheitert. In der dritten Runde genügt ihm heute die einfache Regierungsmehrheit der islamisch-konservativen AKP.

Gül ist umstritten. Opposition und Eliten befürchten, der frühere Islamist wolle eine schleichende Islamisierung der Türkei vorantreiben. Eine übertriebene Sorge, findet der Kolumnist Murat Yetkin. Wenn Gül sein Versprechen einhalte, nicht an der laizistisch-demokratischen Grundordnung der Türkei zu rütteln, werde es keine Spannungen geben.

Im Frühjahr war Gül im ersten Anlauf gescheitert. Die Opposition hatte die Abstimmung boykottiert. Nach einer Putschdrohung der Armee annullierte das Verfassungsgericht die Wahl. Armeechef Yasar Buyukanit warnte gestern erneut vor andauernd neuen Versuchen, die säkulare Ordnung Landes zu unterlaufen. Aber auch bei Teilen der Bevölkerung ist Gül umstritten. Im April und Mai hatten Hunderttausende gegen ihn und seine islamisch-konservative AKP demonstriert. Aus den vorgezogenen Neuwahlen ging die Partei jedoch als triumphaler Sieger hervor.