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Kritik an Griechenlands Regierung weitet sich aus - Karamanlis antwortet mit Appell zur nationalen Solidarität

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Kritik an Griechenlands Regierung weitet sich aus - Karamanlis antwortet mit Appell zur nationalen Solidarität

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Am sechsten Tag der Großbrände in Griechenland ist die Gewalt der Flammen ein wenig gebannt – doch auch in der Nacht kämpften die Rettungskräfte noch gegen gut zwei Dutzend Brände, und Dorfbewohner fürchteten um ihr Leben. Mehr als sechzig Todesopfer sind zu beklagen. Die Kritik am Krisenmanagement der Regierung wird immer lauter.

Ministerpräsident Costas Karamanlis antwortete darauf mit dem Aufruf zur nationalen Solidarität: “Es gibt Wunden, die nicht geheilt werden können. Doch ist es unsere Pflicht, alles nur Mögliche zu tun, um den Schmerz unserer Mitbürger zu lindern. Und ihnen zu helfen, wieder auf die Beine zu kommen. Alles zu tun, damit die junge Bevölkerung in diesen Gebieten nicht die Hoffnung verliert.”

Vornehmlich Anhänger der linken Opposition und Umweltgruppen hatten der Regierung Versagen vorgeworfen und gegen eine Politik demonstriert, die Brandstiftung durch Bodenspekulanten nicht den Riegel vorschiebt.

“Leider waren sie nicht einmal in der Lage, das Leben unserer Mitbürger und deren Eigentum zu retten. Und sie handeln weiter ohne Ernsthaftigkeit und das Verantwortungsbewusstsein, das diese Zeiten erfordern”, nutzte Sozialistenchef George Papandreou die Gelegenheit für den Wahlkampf vor den Parlamentswahlen.

Laut EU-Statistik wurden in wenigen Tagen knapp 200.000 Hektar Wald zerstört, insbesondere auf der Peloponnes-Halbinsel. Gängige Praxis der griechischen Kommunen ist, auf Brandflächen errichtete Häuser nachträglich zu legalisieren. Die Brandkatastrophe zeigte außerdem die Schwachstellen bei der Organisation der griechischen Feuerwehr auf.