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Nach Waldbränden in Griechenland laufen Finanzhilfen an - Noch keine Entwarnung

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Nach Waldbränden in Griechenland laufen Finanzhilfen an - Noch keine Entwarnung

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Die finanzielle Hilfe für jene Griechen, die bei den schweren Waldbränden alles verloren haben, ist angelaufen. Im Westen der Halbinsel Peloponnes strömten am Mittwoch Hunderte Menschen in die Banken. Jeder Obdachlose bekommt laut der Regierung 3000 Euro, Familien, die ihr Haus verloren haben, erhalten 10.000 Euro. Zudem sind zinslose Kredite vorgesehen. So ganz zufrieden sind damit freilich nicht alle. “Das ist nicht genug”, sagt ein alter Mann. “Ich habe 800 Olivenbäume verloren. Dieses Geld deckt nur einen Bruchteil der Kosten ab.”

Unterdessen sind Ingenieure und andere Experten in den betroffenen Regionen damit beschäftigt, die Schäden zu begutachten. Medien schätzen den entstandenen Sachschaden auf bis zu fünf Milliarden Euro. Die Flammen sollen mehr als vier Millionen Olivenbäume vernichtet und rund 60.000 Schafe und Ziegen getötet haben. “Wir können nicht alles wieder aufbauen”, klagt eine betroffene Griechin. “Alles ist zerstört. Die Menschen, die hier geblieben sind, haben nichts mehr. Wir hatten Olivenbäume und Orangenhaine und jetzt ist nichts, absolut nichts mehr da.”

Auf dem Peloponnes und auf Euböa schwächte sich der Wind ein wenig ab, sodass die Feuerwehr die Brände leichter unter Kontrolle bringen kann. Von Entwarnung könne man aber keinesfalls sprechen, hieß es. Das Flammeninferno forderte mehr als 60 Menschenleben – und bringt auch die griechische Regierung wenige Wochen vor den Parlamentswahlen in Bedrängnis. Die Opposition wirft ihr vor, versagt zu haben. Linke Gruppen riefen erneut zu Demonstrationen und Schweigemärschen in Athen und anderen Städten auf.