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Türkei: Neuer Präsident Abdullah Gül verspricht laizistische Ordnung zu schützen

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Türkei: Neuer Präsident Abdullah Gül verspricht laizistische Ordnung zu schützen

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Kurz nach seiner Amtseinführung hat der neue türkische Präsident Abdullah Gül das Atatatürk-Mausoleum in Ankara besucht. Die erste Amtshandlung hat Symbolcharakter: Gül legte Blumen am Grab jenes Mannes nieder, der der Türkei die strikte Trennung von Staat und Religion verordnete. Und die Gül nun gelobte, zu schützen.

Der bisherige Außenminister war gestern vom Parlament im dritten Wahlgang ins höchste Staatsamt gewählt worden. Güls Kandidatur war lange umstritten. Weil Opposition und Militär ihm vorwarfen, eine schleichende Islamisierung der Türkei betreiben zu wollen, hatten sie einen ersten Anlauf im Frühjahr verhindert.

Im Cankaya-Palast feierte Gül und mit ihm die AKP. Denn die islamisch-konservative Regierungspartei hat nach Regierungschef Recep Tayyip Erdogan und Parlamentspräsident Koksal Toptan nun alle wichtigen Staatsposten inne.

Auch wenn sich Gül in seiner Antrittsrede zur laizistischen Ordnung der Türkei bekannte, bleiben einige Türken skeptisch. Hunderte protestierten – 200 Meter vom Sitz des Präsidenten entfernt. “Demokratie ist mein Charakter”, steht auf ihren Hemden. Sie hätten für den scheidenden Präsidenten Ahmet Necdet Sezer demonstrieren wollen. Aber wegen der Atatürk-Zitate auf den T-Shirts habe man sie nicht vorgelassen.