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Türkei: Türken sind nach Präsidentenwahl gespalten - Gül will Weg nach Europa weitergehen

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Türkei: Türken sind nach Präsidentenwahl gespalten - Gül will Weg nach Europa weitergehen

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Als Gül im Parlament den Amtseid ablegte, blieben nicht nur wichtige Militärs dem Ereignis fern. Auch die neue First Lady fehlte. Beobachter spekulierten, dass Hüzrinissa Gül mit ihrem Kopftuch nicht für zusätzliche Aufregung sorgen wollte. Gül selbst tritt dafür ein, dass es Frauen freigestellt sein sollte, ein Kopftuch zu tragen – auch im öffentlichen Leben. Laizistische Türken befürchten, dass diese Einstellung nun vom Präsidentenpalast aus salonfähig wird. Er könne die Wahl Güls nicht akzeptieren, so dieser Mann. Das erste Mal in der Geschichte trage die Gattin des türkischen Präsidenten einen Schleier. Eine Schande sei das.

Andere sehen die Erfolge des bisherigen Außenministers und hoffen auf eine Fortsetzung seiner europafreundlichen Politik. Eine Frau sagt, sie glaube, Güls Präsidentschaft werde gut für die Türkei sein. Die Menschen sollten ihn unterstützen. Eine andere widerspricht. Die Republik und die säkulare Ordnung seien in Gefahr. In seiner Antrittsrede hat Gül versprochen, diese Ordnung zu schützen – und den Weg in Richtung EU-Mitgliedschaft weiter zu gehen.