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Mordfall Politkowskaja: Sohn der Journalistin beklagt Politisierung

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Mordfall Politkowskaja: Sohn der Journalistin beklagt Politisierung

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Die Spekulationen im Fall der ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja nehmen kein Ende. Die Generalstaatsanwaltschaft hat zwei der 10 Verdächtigen wieder aus der Untersuchungshaft entlassen, nachdem sie am Montag das Verbrechen als aufgeklärt bezeichnet hatte. Die Mörder stammten aus Tschetschenien, hieß es, die Hintermänner seien im Ausland lebende Staatsfeinde. Der Sohn der Journalistin, Ilia Politkowski, beklagt eine Politisierung des Falls. “Die Ermittler haben sehr professionell gearbeitet”, so Politkowski. “Aber die Erklärungen der Generalstaatsanwaltschaft und des Inlandsgeheimdienstes werden für andere politische Zwecke missbraucht.”

Für die Zeitung “Nowaja Gazeta”, für die Politkowskaja gearbeitet hatte, ist der Fall noch lang nicht aufgeklärt. Chefredakteur Sergei Sokolov sagte, der politische Druck bei den Ermittlungen sei sowohl von der Regierung als auch von der Opposition gekommen: Oppositionelle in Russland und im Ausland hätten ohne Zeugen oder Beweise den Kreml und Putin beschuldigt. Am 7. Oktober 2006 – ausgerechnet am Geburstag des russischen Präsidenten – war Anna Politkowskaja in ihrem Wohnhaus in Moskau erschossen worden. Sie hatte sich durch ihre Enthüllungen zum Tschetschenien-Krieg vor allem in russisch-nationalistischen Kreisen viele Feinde geschaffen.