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Warum ist die Kosovo-Lösung so schwer?

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Warum ist die Kosovo-Lösung so schwer?

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Es war der erste “heisse” Krieg der NATO nach dem Ende des “Kalten Krieges”. Er dauerte 78 Tage und endete mit der NATO-Kontrolle über die serbische Provinz Kosovo. Weiter aber ist man seither nicht gekommen.Auch nicht mit 16.000 KFOR-Soldaten. Jetzt – acht Jahre später – sagt der deutsche KFOR-General Roland Kather: “ Die Menschen warten auf eine Entscheidung, und das mit wachsender Nervosität, weil jeder weiss, wir planen bereits für das Ende unseres Einsatzes und sind auf alles vorbereitet.”

Der von den Vereinten Nationen abgesegnete NATO-Einsatz im Kosovo kostet pro Jahr 120 Millionen euro. Bis 2010 muss die internationale gemeinschaft – alle Kosten von UNO und NATO zusammengerechnet – noch einmal 1,5 Milliarden euro aufbringen.

So schwer wird die Einigung auch durch die russische Furcht vor einem Folgeeffekt. Bekommen die Kosovoalbaner ihre gewünschte Unabhängigkeit – was soll Präsident Putin dann seinen Tschetschenen sagen? Er hat doch praktisch das gleiche Problem wie die Serben.

Wurden früher in Serbien den Albanern Minderheitenrechte verweigert – so hat man jetzt das gleiche Problem andersherum.
Ein serbische Minderheit im Kosovo verlangt nach Schutz . In den Augen von Rada Trajkovic von der Führung der Kosovo-Serben ist Belgrad nicht fähig, der Minderheit wirtschaftlich und politisch zu helfen, sie zu schützen oder zu integrieren. Und der Albanerführung mit ihrer provisorischen Regierung fehlten sämtliche Kapazitäten für eine Unabhängigkeit.

Das dämpft aber nicht die Ungeduld der Kosovo-Albaner. Den Autonomistatus – 1974 vom kommunistischen Jugoslawien zuerkannt, nahm ihnen der serbische Nationalist Slobodan Milosevic nach dem Zusammenbruch des Kommunismus und seiner wundersamen Wandelung vom Kommisten zum Nationalisten wieder weg.

“Unabhängigkeit – und nichts sonst”, so hört man es heute von jedem albanischen Markthändler in Pristina. So trommelt es die junge Garde der zumeist arbeitslosen Kosovoalbaner bei ihren Aufmärschen. Mit der als Ausweg angebotenen “weitreichenden Autonomie” wollen sie sich nicht mehr zufriedengeben.