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"De Gordel" trotz belgischer Regierungskrise

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"De Gordel" trotz belgischer Regierungskrise

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Zehntausende Menschen sind an diesem Tag wieder nach Brüssel gekommen, zu “De Gordel”, dem Gürtel, zum Radeln und Wandern rund um die belgische Hauptstadt, wie immer am ersten Septembersonntag.

Aber man sieht hier auch politische Forderungen, denn Belgien steckt in einer Regierungskrise: Sofern man davon sprechen kann, denn eine Regierung muss ja erst noch gebildet werden.

Das reiche Flandern im Norden, das ärmere, französischsprachige Wallonien im Süden – das ist das geteilte Belgien; dazu kommt noch das Gebiet rund um Brüssel. Die flämischen Parteien wollen für die Regionen mehr Eigenständigkeit, also auch für ihr eigenes Flandern; ihre wallonischen Politikerkollegen wollen genau das nicht.

Einer von ihnen ist Didier Reynders, der Chef der wallonischen Liberalen: Er ruft aber heute erneut zum Dialog auf. Man wisse doch nun einmal, dass der Norden schon lange diese Staatsreform will. Vor diesem Dialog dürfe man keine Angst haben: Man müsse ihn aber mit einer festen Überzeugung
führen.

Fast ein Vierteljahr ist die Wahl nun her: Ihr Sieger hieß Yves Leterme, Chef der flämischen Christdemokraten. Seit Juli hat er verhandelt, zum einen mit den flämischen Liberalen, zum anderen mit den beiden Schwesterparteien aus Wallonien.

Ohne Erfolg: Auch Leterme will natürlich dem Bund Macht wegnehmen und sie den Regionen geben; die Parteien aus dem Süden wollen davon aber nichts wissen. Vor gut einer Woche gab Leterme seinen Auftrag zur Regierungsbildung an König Albert zurück. Der hat nun erst einmal einen Vermittler für
Sondierungsgespräche eingesetzt.