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Erneute Ausschreitungen in Kopenhagen

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Erneute Ausschreitungen in Kopenhagen

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Schon wieder gleicht der sonst friedliche Kopenhagener Stadtteil Nørrebro einem Schlachtfeld: Linke Jugendliche hatten zunächst friedlich demonstriert, bis sich in der Nacht doch wieder die Gewalt entlud. Der Anlass für ihre Proteste war die Räumung des Ungdomshuset, eines Jugendzentrums, vor genau einem halben Jahr.

Schon damals gab es Krawalle; die Anwohner sind jetzt allmählich sauer: “Das sind doch noch Kinder,” sagt einer, “nicht mal junge Leute. Die sind fünfzehn, sechzehn, wo sind eigentlich die Eltern?”

“Ich bin wütend und traurig,” meint eine Studentin, “es bringt doch auch nichts. Wir haben hier schon so lange Belagerungszustand: Ich komme mir vor wie eine Geisel in einem fremden Machtkampf.”

Mehr als sechzig Menschen wurden im Laufe der Nacht festgenommen; bis auf drei sind alle wieder auf freiem Fuß. Einige hundert Festnahmen waren es sogar bei den Unruhen vor einem halben Jahr, gleich nach der Räumung. Damals tobten die Ausschreitungen mehrere Nächte lang, etliche Menschen wurden verletzt.

Die dänische Hauptstadt hatte den Jugendlichen das Haus lange Zeit umsonst zur Verfügung gestellt. Vor ein paar Jahren verkaufte sie es aber; der neue Besitzer ließ es dann im März räumen. Inzwischen ist das Haus abgerissen.