Eilmeldung

Eilmeldung

Weitere Einzelheiten nach ETA-Festnahmen

Sie lesen gerade:

Weitere Einzelheiten nach ETA-Festnahmen

Schriftgrösse Aa Aa

In Frankreich, wo die vier mutmaßlichen ETA-Mitglieder gefasst wurden, durchsucht die Polizei inzwischen weiter deren Haus. Achthundert Beweisstücke wurden mittlerweile sichergestellt.

Offenbar war hier eine ganze Bombenwerkstatt untergebracht. Die spanische Zeitung ABC schreibt, die Ermittler hätten 350 Kilo Sprengstoff gefunden, außerdem Pistolen, Maschinenpistolen und Granatwerfer. In der Garage stand demnach ein gestohlener Wagen, umgebaut zu einer Autobombe.

Das Haus hatten die Festgenommenen im März gemietet. Ein Nachbar, der selber aus Spanien stammt, sagt: “Wir haben uns schon gedacht, dass sie sich dort verstecken; und wer sich versteckt, hat kein gutes Gewissen. Meine Frau und ich haben uns sofort gedacht, dass das Leute von der ETA waren.”

Laut spanischem Innenministerium sind unter den Festgenommenen einige der wichtigsten ETA-Vertreter, darunter ihr Sprengstoffexperte. Sie seien unter anderem für den Anschlag Ende letzten Jahres am Madrider Flughafen verantwortlich.

Dieser Anschlag beendete praktisch die Waffenruhe,
die die ETA neun Monate zuvor ausgerufen hatte. Inzwischen ist sie auch offiziell zum bewaffneten Kampf zurückgekehrt, mit dem sie seit Jahrzehnten einen eigenen Baskenstaat erreichen will.

Spaniens Regierungschef bekräftigt jetzt den harten Kurs gegenüber der ETA. Er habe sich mit aller Kraft für ein Ende der Gewalt eingesetzt, sagt José Luis Rodríguez Zapatero heute. Die ETA habe sich aber für die Gewalt entschieden. Die Regierung gehe aber unerbittlich gegen Gewalt vor, gegen Bomben und gegen die, von denen sie stammten.

Trotz der gescheiterten Versöhnung liegen seine Sozialisten jetzt in den Umfragen vorn. Gut vierzig Prozent hätten sie demnach bei einer Wahl, 37 die konservative Volkspartei. Möglichst bald will Zapatero deshalb wählen lassen – am besten schon in einem halben Jahr, im kommenden März.