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Libanon: Flüchtlingslager Nahr al-Bared vor dem Wiederaufbau

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Libanon: Flüchtlingslager Nahr al-Bared vor dem Wiederaufbau

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Nach der Einnahme durch die libanesische Armee soll das Flüchtlingslager Nahr al-Bared wieder aufgebaut werden. Das hat Ministerpräsident Fuad Siniora versprochen. Die Armee hatte gestern nach dreimonatiger Belagerung das Lager unter Kontrolle gebracht. Dabei wurden 37 Extremisten der Fatah al-Islam getötet, darunter auch deren Anführer, Chaker al-Abssi. Noch dürfen die geflohenen Bewohner nicht zurück. Die Armee will das Lager nahe der nordlibanesischen Stadt Triploi zunächst nach Bomben durchsuchen. Die meisten der 40.000 Palästinenser hatten sich ins benachbarte Lager Beddawi geflüchtet.

Insgesamt leben im Libanon mehr als 360.000 Palästinenser in Flüchtlingslagern. Aufgrund jahrzehntealter Abkommen darf die Armee die Lager nicht betreten. Ministerpräsident Siniora kündigte an, Nahr al-Bared künftig unter libanesische Kontrolle zu stellen. Die Menschen wollen zurückkehren: Sie werden ihre Häuser wieder aufbauen, wieder zur Arbeit gehen und die Kinder wieder zur Schule schicken, so ein geflohener Bewohner. Andere sind besorgt: Nur Gott wisse, wie es dort jetzt aussehe, so eine Frau.

Bei den schwersten Unruhen seit Ende des Bürgerkrieges 1990 waren in Nahr al-Bared mehr als 300 Menschen getötet worden, darunter mehr als 40 Zivilisten.