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Siziliens Unternehmer wehren sich gegen die Mafia

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Siziliens Unternehmer wehren sich gegen die Mafia

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Sie sind nicht länger bereit Schutzgeld zu zahlen. In Caltanisetta hat der sizilianische Arbeitgeberverband einstimmig beschlossen, in Zukunft alle Mitglieder auszuschließen, die an die Mafia Schutzgeld, den traditionellen “Pizzo”, entrichten. Arbeitgeberverbandspräsident Ivan Lo Bello begründete den Schritt: “Es ist unmöglich, dem Verband anzugehören und eine Verbindung zu Verbrechern zu unterhalten”.

Ein Brief des Bauunternehmers Andrea Vecchio an die Regierung in Rom hatte den Anstoß gegeben. Darin fordert der Chef des Bauunternehmer-Verbandes in Catania, dass die Regierung ihn und sein Unternehmen beschützt. Weil er kein Schutzgeld mehr zahlt, erhält er Morddrohungen; immer wieder werden auf dem Firmengelände Maschinen beschädigt.

Auch der Präsident der Handelskammer, Marco Venturi hat Angst: “Sie können mir sogar zuhause was antuen”.
Schätzungen zufolge nimmt die Mafia jährlich fast zehn Milliarden Euro an Schutzgeldern ein. Betroffen sind vor allem kleine und mittelständische Unternehmen. Einer Untersuchung der Universität Palermo zufolge müssen kleine Ladenbesitzer rund 60 Euro im Monat an die Mafia zahlen. Im Hotel- und Gaststättengewerbe beträgt der “Pizzo” 578 Euro im Monat.