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Algerien kündigt Erdgas-Kooperation mit spanischen Konzernen

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Algerien kündigt Erdgas-Kooperation mit spanischen Konzernen

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Algerien hat ein Abkommen mit den spanischen Energiekonzernen Repsol und Gas Natural über ein Milliardenprojekt zur Erdgasgewinnung aufgekündigt. Wie die beiden spanischen Unternehmen mitteilten, will der algerische Staatskonzern Sonatrach das Projekt nun im Alleingang verwirklichen. Die Unternehmen kündigten Schadensersatzansprüche und die Anrufung einer internationalen Schiedskommission an.

Dazu der spanische Industrieminister Joan Clos: “Wir müssen mal sehen, ob eine Lösung möglich ist. Wenn nicht, hoffen wir auf einen fairen Schiedsspruch. Wie auch immer – wir werden die Interessen der spanischen Unternehmen verteidigen. Das ist unsere Pflicht.”

Ursprünglich war die Zusammenarbeit auf 30 Jahre angelegt. Spanische Presseberichte beziffern das Finanzvolumen auf 1,6 bis 5,2 Milliarden Euro. Dafür wollten die Vertragspartner im Osten Algeriens Erdgas gewinnen, eine Leitung zum Mittelmeer und eine Verflüssigungsanlage bauen und schließlich das Erdgas vermarkten.

Repsol und Gas Natural hatten sich die Beteiligung 2004 in einer öffentlichen Ausschreibung gesichert. Sie werfen dem Staatskonzern Sonatrach eine “illegale Aneignung” vor. Beide Unternehmen haben nach eigenen Angaben bereits dreistellige Millionensummen investiert.

Die algerische Seite hatte mehrfach darüber geklagt, dass das Vorhaben hinter dem Zeitplan zurückgeblieben sei, und die Spanier dafür verantwortlich gemacht.

Die Spanier vermuten hinter der algerischen Entscheidung vor allem politische Motive. Zum Einen erleichtern Rekord-Gaspreise die eigenständige Ausbeutung des Gasfeldes. Zum anderen unterstützt Algerien im Konflikt um die Westsahara, eine spanischen Ex-Kolonie, die Bewegung Polisario, die einen unabhängigen Staat gründen will. Spanien dagegen hat sich in letzter Zeit eher Marokko angenähert, das das Wüstengebiet nach dem Abzug der Spanier annektiert hatte.