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Marokko vor der Parlamentswahl - Islamische Partei könnte stärkste Kraft werden

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Marokko vor der Parlamentswahl - Islamische Partei könnte stärkste Kraft werden

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In Marokko schlägt wieder einmal die Stunde des Königs. Denn wenn am Freitag die Marokkaner aufgerufen sind, ein neues Parlament zu wählen, ernennt er den Regierungschef. Und der muss nicht einmal gewählt worden sein. 33 Parteien treten zur Wahl an. 30 der 325 Abgeordnetensitze in Rabat sind für Frauen reserviert. Mehrere Parteien werben für eine Verfassungsreform in dem nordwestafrikanischen Königreich. Sie fordern Gewaltenteilung, und eine Regierung, die dem Parlament Rechenschaft ablegt. An der Monarchie rütteln die zur Wahl zugelassenen Gruppierungen jedoch nicht.

Stärkste Kraft könnte die gemäßigte islamische Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung PJD werden. Ihr Chef Abdelilah Benkira, der sich an der türkischen Regierungspartei AKP orientiert, wirbt für mehr Seriösität, Ehrlichkeit und Transparenz. Die PJD möchte ihr Ergebnis fast verdoppeln und auf 70 Sitze kommen. Damit könnte sie vor allem für die Sozialisten gefährlich werden. Sie waren vor fünf Jahren stärkste Kraft geworden führen die gegenwärtige Sechs-Parteien Koalition an. Ihr Erster Sekretär Mohamed El Yazgi zeigt sich zuversichtlich und hofft, noch Sitze dazugewinnen zu können.

Am Ende wird es dann Mohammed der Sechste sein, der den Regierungschef bestimmt. Die letzten fünf Jahre hat der parteilose Driss Jetou die Geschicke des maghrebinischen Königreichs gelenkt. Mit Spannung wird auch die Wahlbeteiligung erwartet. Vor fünf Jahren lag sie bei nur 52 Prozent. Am Sonntag will das Innenministerium das Endergebnis bekannt geben.