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Kasachstan will stärker von Ölförderung profitieren

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Kasachstan will stärker von Ölförderung profitieren

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Nach Russland will auch Kasachstan bei der Ausbeutung seiner riesigen Energievorkommen ein größeres Stück vom Kuchen für sich. Im Visier der kasachischen Führung ist ein Konsortium um den italienischen Eni-Konzern. Ende August hatte Kasachstan hat die Erschließung des größten Ölfeldes des Landes wegen Umweltauflagen vorerst gestoppt. “Die zuständige Kommission ist an der Arbeit,” sagte Ministerpräsident Karim Massimow, “die staatliche Firma KazMunaiGaz sollte nach Meinung unseres Präsidenten integriert werden. Mit welchen Anteilen – dazu kann ich noch nichts sagen.”

Offensichtlich soll der staatliche Konzern das Ölfeld Kaschagan im Kaspischen Meer künftig gleichberechtigt mit dem Konsortium ausbeuten. Noch gebe es «freundschaftliche Verhandlungen» über eine gemeinsame Leitung des Projekts, sagte Massimow. Wenn aber die kasachischen Forderungen nicht akzeptiert würden, habe man bereits einen Plan B entwickelt.

Kaschagan gilt als einer der grössten Ölfunde der vergangenen 30 Jahre. Im Kaschagan-Feld im kasachischen Teil des Kaspischen Meeres lagern vermutlich bis zu 38 Milliarden Barrel (je 159 Liter) Öl. Eni hat die Führung in dem Joint Venture Agip KCO, an dem zahlreiche internationale Energiekonzerne beteiligt sind, darunter Total, Shell und ExxonMobil.

Eni hatte die ursprünglich für 2005 geplante industriemäßige Ölförderung in Kaschagan bereits mehrmals verschoben, zuletzt von 2008 auf die zweite Jahreshälfte 2010. In Russland war dem Shell-Konzern in einem ähnlichen Fall die Lizenz für das Förderprojekt Sachalin II entzogen worden. Shell trat Ende des vergangenen Jahres die Kontrolle an den staatlichen russischen Energieriesen Gazprom ab.