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Zwischenfall bei Festrede von Hamid Karsai

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Zwischenfall bei Festrede von Hamid Karsai

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Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat eine Festrede in einem Stadion der Hauptstadt Kabul abbrechen müssen. Ein Leibwächter brachte ihn von der Tribüne. Außerhalb des Stadions waren Geräusche wie Schüsse zu hören. Ein Regierungsvertreter forderte die Menge auf, Ruhe zu bewahren. Die Geräusche erklärte er damit, dass Menschen, die nicht mehr in das Stadion gelangt seien, mit Steinen geworfen hätten.

Die Vorsicht war verständlich: Karsai hat schon mehrere Anschläge überlebt. Sein Vater, ein einflussreicher Politiker, starb 1999 bei einem Attentat. Auch die Festveranstaltung in dem Stadion sollte an einen Todestag erinnern: Vor sechs Jahren kam Achmed Schah Massud ums Leben, der Militärchef der Nordallianz, eines Bündnisses gegen die Taliban-Kämpfer. Er starb 2001 bei einem Selbstmordattentat, zwei Tage vor den Anschlägen in den USA. In weiten Teilen des Landes wird er wie
ein Volksheld verehrt.

In den letzten Monaten hat die Gewalt in Afghanistan neue Höchststände erreicht. Die UNO hat gerade erst einen Bericht veröffentlicht, wonach die Zahl der Selbstmordanschläge im letzten Jahr drastisch und auch in diesem Jahr bisher noch einmal gestiegen ist. Früher waren solche Attentate in Afghanistan völlig unbekannt. Der Anschlag gegen Schah Massud war der erste dieser Art.