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Kurze Rückkehr für Pakistans Ex-Premier Scharif

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Kurze Rückkehr für Pakistans Ex-Premier Scharif

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Nach jahrelangem Exil ist Nawaz Scharif wieder zurück in Pakistan, auf dem Flughafen der Hauptstadt Islamabad. Aber nur kurz kann sich der frühere Regierungschef darüber freuen. Auf ihn wartet schon ein Haftbefehl, wegen Korruptionswürfen aus seiner Amtszeit. Er wird festgenommen und abgeschoben: Wenig später sitzt er wieder in einem Flugzeug, diesmal nach Saudiarabien.

Scharif wurde vor acht Jahren vom General und jetzigen Staatspräsidenten Perwez Muscharraf gestürzt; danach musste er ins Exil, ebenfalls nach Saudiarabien. Muscharraf wollte nun auch seine Rückkehr verhindern. Das Oberste Gericht Pakistans erlaubte Scharif aber letzten Monat trotzdem die Einreise.

Die Europäische Union ruft jetzt dazu auf, diese Entscheidung anzuerkennen: Wenn es gegen Scharif Vorwürfe gebe, dann müsse er sich auch vor einem pakistanischen Gericht dagegen verteidigen können. Genau so einen Auftritt wollte der Präsident aber mit der schnellen Abschiebung offenbar verhindern.

Überrascht kann Scharif nicht gewesen sein: Schon vor seiner Ankunft in Pakistan sagt er, Muscharraf sei zu allem fähig – auch dazu, das Kriegsrecht zu verhängen. Aber wenn er das tue, wäre Muscharraf selbst wohl das erste Opfer dieses Kriegsrechts.

Pakistan stehen jetzt unruhige Wochen und Monate bevor: Ein neues Parlament wird gewählt, aber erst will sich Muscharraf von seiner Mehrheit im alten Parlament noch einmal im Amt bestätigen lassen. Scharif wollte dabei gegen ihn antreten. Und auch eine andere bekannte Exilpolitikerin wird bald zurückkehren: Ex-Regierungschefin Benasir Bhutto. Im Gegensatz zu Scharif verhandelt sie aber schon mit Muscharraf und würde sich auch die Macht mit ihm teilen.