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Präsidentenwahl in Guatemala vor zweiter Runde

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Präsidentenwahl in Guatemala vor zweiter Runde

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Die Präsidentenwahl im mittelamerikanischen Guatemala geht in eine zweite Runde. Sowohl Wählerbefragungen nach der Abstimmung als auch die Zwischenergebnisse zeigen, dass kein Kandidat die Chance auf eine absolute Mehrheit hat. Damit käme es Anfang November zu einer Stichwahl.

Die Befragungen sehen den Sozialdemokraten und Unternehmer Álvaro Colom deutlich vorn, mit etwa sieben Prozentpunkten Vorsprung. Auch nach dem neuesten Zwischenergebnis der staatlichen Wahlkommission liegt Colom an der Spitze, allerdings mit einem geringeren Vorsprung. Dieses Zwischenergebnis beruht auf der Auszählung in gut siebzig Prozent der Wahllokale.

Hinter Colom liegt derzeit Otto Pérez Molina, ein ehemaliger General, der sich im Wahlkampf als Mann der starken Faust anpries. Er verspricht, gegen
Korruption und Gewalt zu kämpfen, unter denen das kleine Land nach einem jahrzehntelangen grausamen Bürgerkrieg immer noch leidet.

Die Wahlbeobachter der Europäischen Union äußerten sich angenehm überrascht vom Verlauf der Wahl. Nur vereinzelt kam es zu Zwischenfällen. Dagegen war der Wahlkampf noch von Gewalt geprägt: Mindestens fünfzig Menschen kamen dabei ums Leben.

Noch kurz vor der Abstimmung wurden zwei Wahlkämpfer von Rigoberta Menchú getötet, der bekanntesten Einwohnerin von Guatemala. Die Verfechterin der Rechte der Indianer hatte 1992 den Friedensnobelpreis bekommen. Bei dieser Wahl hat sie aber keine Chance: Sowohl die Befragungen als auch die Zwischenergebnisse sehen für sie höchstens fünf Prozent der Stimmen.