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Helfer von 2001 machen auf ihr Schicksal aufmerksam

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Helfer von 2001 machen auf ihr Schicksal aufmerksam

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Sechs Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 rückt auch das Schicksal der Rettungskräfte von damals in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Vor allem in New York klagen viele ehemalige Helfer über Gesundheitsprobleme. Sie fühlen sich mit ihren Sorgen alleingelassen und ziehen inzwischen gegen die Stadt vor Gericht.

Bei der Vorstellung einer kritischen Untersuchung sagt die New Yorker Kongressabgeordnete Carolyn Maloney, für den Tod der dreitausend unschuldigen Amerikaner bei den Anschlägen seien Entschädigungen gezahlt worden. Die Männer und Frauen aber, die sie damals schützen und retten wollten und die dann selbst erkrankt oder gestorben seien, hätten nichts bekommen.

Der ehemalige Polizist John Walcott leidet an Blutkrebs; monatelang hatte er mit offenbar giftigem Schutt und Trümmern vom Ground Zero zu tun. “Damals haben wir doch nichts gewusst,” sagt er, “wir wollten einfach helfen. Und jetzt liest du, dass die Luft belastet war und sie dich trotzdem da noch reingeschickt haben.”

Um dieses Wissen geht es und um fehlende Ausrüstung wie Atemgeräte, die die Helfer auch in vergifteter Luft geschützt hätte. Der Anwalt David Worby, der zehntausend Betroffene in einer Sammelklage vertritt, sagt: “Vielleicht hat ja die Stadt nicht fahrlässig gehandelt, vielleicht hatte ja einfach keiner Schuld: Aber die Feuerwehrleute, Polizisten, Bauarbeiter, die dort Amerika helfen wollten, und die heute krank sind und sterben – warum hilft man denen nicht? Es gibt doch extra dafür einen Fonds! Traurig ist das.”

Die Stadt will ihnen nichts zahlen, weil der Einsatz damals ein Notfall gewesen sei. Die Betroffenen akzeptieren das für den Tag selber, aber nicht für die Wochen und Monate nach dem 11. September, in denen sie weiter ungeschützt blieben.