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Japans Regierungschef wirft nach nur einem Jahr im Amt das Handtuch

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Japans Regierungschef wirft nach nur einem Jahr im Amt das Handtuch

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Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe gibt auf: Bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz kündigte der 52-jährige am Mittwoch seinen Rücktritt an. Dies sei die Konsequenz aus der schweren Niederlage seiner konservativen Partei bei den letzten Wahlen, sagte er. Außerdem sei er müde und habe keine Energie mehr. Ein genaues Datum für seinen Rückzug nannte er nicht. Bereits in den vergangenen Tagen hatte Abe angedeutet, er sei zum Rücktritt bereit, sollte es ihm nicht gelingen, ein Gesetz zur Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes durch das Parlament zu bringen. Die größte Oppositionspartei lehnt eine Fortsetzung des Einsatzes strikt ab.

Abe hatte erst im September des Vorjahres das Amt des Regierungschefs übernommen, als Nachfolger des populären Junichiro Koizumi. Zunächst erntete Abe Lob für die Verbesserung des Verhältnisses zwischen Japan und China sowie Südkorea. Dann aber mehrte sich die Kritik am Ministerpräsidenten. Ihm wurde vorgeworfen, Parteifreunde bei der Postenvergabe unabhängig von ihren Qualifikationen zu bevorzugen. Zudem erschütterten mehrere Skandale die Regierung. Vier Minister traten zurück, und Abes Popularität sank. Bei den Parlamentswahlen Ende Juli erlitt seine Partei eine der schwersten Niederlagen ihrer Geschichte.