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Frattini arbeitet an europäischer "Blue Card" für Arbeitskräfte aus Drittstaaten

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Frattini arbeitet an europäischer "Blue Card" für Arbeitskräfte aus Drittstaaten

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Nach dem Vorbild der Greencard der Vereinigten Staaten könnte es bald auch eine Blue Card der EU geben. Sie soll qualifizierten Einwanderern aus Drittstaaten für zwei Jahre den legalen Aufenthalt in einem Mitgliedsstaat ermöglichen, wenn sie einen Arbeitsvertrag vorweisen können, und danach den Wechsel in einen anderen EU-Staat erleichtern.

Justizkommissar Franco Frattini will damit auf das Problem der alternden Bevölkerung in Europa reagieren. “Und gleichzeitig fördern wir die Mobilität für Menschen, die legal einen Job bekommen, und wir fördern auch die engere Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern”, erklärte er in Lissabon und kündigte für den Oktober einen detaillierten Gesetzentwurf an.

Schon jetzt bräuchten Staaten wie Deutschland wegen ihrer demografischen Entwicklung Einwanderer. Der christdemokratische Europa-Abgeordnete Andreas Schwab wägt jedoch ab: “Ich glaube, Frattini hat Recht mit seiner Befürchtung, dass Europa ein demografisches Problem hat. Aber ich glaube nicht, dass sein Vorschlag, jetzt die Einwanderungsbedingungen zu verändern, wirklich so zielführend ist, dass wir die demografischen Probleme in Europa lösen können.”

Frattini will auch den Trend umkehren, dass hoch qualifizierte Migranten mehrheitlich in die USA statt nach Europa gehen. Bleibt das Problem der Fachkräfte-Abwanderung, des “Braindrains”, in den Herkunftsländern.