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EU-Richter geben Kommission im Fall Microsoft Recht

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EU-Richter geben Kommission im Fall Microsoft Recht

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Was das Urteil den Verbrauchern bringt, darüber streiten die Gelehrten. Die Kommission und die Konkurrenz pochen darauf, dass der Konzern sich nun stärker um die Interoperabilität, also die Verknüpfbarkeit mit Produkten anderer Hersteller bemühen muss. Über Jahre nutzte die Mehrheit der Verbraucher die Paketlösungen von Microsoft – zu Lasten der Konkurrenz. Dass die Kommission den Konzern zwang, sein Windows-Betriebssystem auch ohne den Media Player zum Abspielen von Musik und Videos anzubieten, ließ die meisten Kunden kalt – es wurde ein Flop.

“Die Zahlen zeigen, dass fast kein Verbraucher die Version ohne den Media Player gekauft hat. Fragen Sie sich also selbst: War die Aktion der Kommission wirklich zum Vorteil der Verbraucher – denn diese haben offensichtlich kein Interesse an dieser Version. Andererseits können Sie argumentieren, dass die Tatsache, dass die Verbraucher nicht die Version ohne Media-Player nehmen, schon an sich das wettbewerbsschädigende Verhalten von Microsoft illustriert”, wägt der Medienexperte Ben Van Rompuy ab.

Wenn sie die Wahl haben, nehmen sie bequeme Paketangebote – oder laden im Internet eine Gratisversion herunter. Und dort hat Microsoft sehr wohl Konkurrenz bei den Multimedia-Formaten. Jim Murray vom Europäischen Verbraucherverband, hofft, dass sich nun auch beim Computerkauf im Paket die Sitten ändern: “Auch die Computer-Händler werden sich des Problems der Bequemlichkeit annehmen und eine Lösung dafür finden, zum Beispiel einen Computer verkaufen, der zum großen Teil mit Microsoft-Produkten läuft, aber den Media Player enthält, den sie für besser halten.”

Ob die über Jahre eingespielten Gewohnheiten auf dem Markt sich ändern und damit wirklich wie von der Kommission erhofft die Preise sinken, wird die Zeit zeigen. Die Konkurrenz wie Linux oder Adobe freuen sich zumindest schon einmal über die neuen Verkehrsregeln auf dem Markt, wie sie es nennen.