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Wortgefechte Frankreich-Iran um Atomprogramm halten an

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Wortgefechte Frankreich-Iran um Atomprogramm halten an

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Im Streit um das iranische Nuklearprogramm hat Frankreich vor der Gefahr eines Krieges gewarnt und damit die Führung in Teheran gegen sich aufgebracht. Während internationale Diplomaten auf Gespräche setzen – auch die Bundesregierung hält am Ziel einer diplomatischen Lösung fest – dauern die Wortgefechte zwischen Frankreich und dem Iran an.

Teheran warf der französischen Regierung am Montag vor, sich zum Fürsprecher der USA in Europa zu machen. Präsident Nicolas Sarkozy
versuche, “in die Haut der Amerikaner zu schlüpfen, indem er (….) eine noch härtere Politik als die USA betreibt”, so die amtliche iranische Nachrichtenagentur IRNA.

(Lediglich der iranische Außenamtssprecher Mohammad Ali Hosseini spielte die
Angelegenheit herunter. Kouchners Äußerungen deckten sich nicht mit der generellen politischen Linie der Europäischen Union.)

Mohammed el-Baradei, Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), forderte in Wien die Streithähne auf, auf den Pfad der Diplomatie zurückzukehren.

“Ohne Zweifel wäre es der bessere Weg, wenn die Politiker sich bei einem persönlichen Treffen auseinandersetzen würden. Das wäre jedenfalls besser als sich zu streiten, wer auf wen als erstes losgeht.”

(Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernenergie heimlich am Bau von Atomwaffen zu arbeiten.)

Die fünf UN-Vetomächte (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien) und Deutschland treffen sich in wenigen Tagen in Washington, um verschärfte Sanktionen gegen den
Iran ins Auge zu fassen.

(Ein Krieg müsse zwar mit allen Mitteln vermieden werden, sagte Frankreichs Ministerpräsident Francois Fillon. Doch er bekräftigte am Montag die Aussagen von Außenminister Kouchner und damit die Position von Präsident Sarkozy. )

SOT Fillon

“Der Präsident hat die strengst-möglichen Sanktionen gegenüber der iranischen Regierung beschlossen,”

bekräftigte am Montag Frankreichs Ministerpräsident Francois Fillon,

“- sollte sie an ihrem Vorhaben festhalten, eine eigenständige Atommacht aufzubauen.”

(Sarkozy hatte sich kürzlich für verschärfte Sanktionen außerhalb der Vereinten Nationen ausgesprochen und dabei insbesondere auf die
EU gezielt.

“Man muss sich auf das Schlimmste vorbereiten”, hatte der französische
Außenminister Bernard Kouchner am Sonntagabend im Fernsehen gesagt. Ja, er meine damit einen Krieg.

Eine iranische Atombombe wäre “eine echte Gefahr für die ganze Welt”. Frankreich befürworte
“europäische Wirtschaftssanktionen” und habe bereits französische Firmen aufgerufen, keine weiteren Verträge mit Teheran zu schließen.)

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad forderte US-Präsident George W. Bush erneut zu einer öffentlichen Debatte auf.
Ahmadinedschad reist diese Woche zur UN-Vollversammlung in die USA.