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Abstammungstest für Einwanderer in Frankreich

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Abstammungstest für Einwanderer in Frankreich

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Eines der Wahlversprechen des französischen Präsidenten Sarkozy hiess: “Kontrolle der Einwanderung”. Um dieses Ziel zu erreichen wird dem Parlament ein Gesetz zur Nutzung des DNA-Testes vorgelegt. Und zwar speziell in Falle von Familiennachzug. Es sieht konkret vor, dass ein Familienmitglied, das ein Visum für mehr als drei Monate beantragt, auf diesem Wege seine biologische Verbindung zu dem bereits in Frankreich lebenden Angehörigen nachweisen muss.

Der Abgeordnete der Regierungspartei Thierry Mariani, der das Gesetz einbringt – übrigends selbst italienischer Abstammung – verteidigt seinen Entwurf “als Mittel, das Problem der falschen oder fehlenden Familiendokumente zu lösen.”
Er spricht von bestimmten Ländern in Afrika und Asien, zu denen die Behörden in Italien und Belgien bereits Listen führen, weil sie festgestellt haben, dass die vorgelegten Dokumente nicht immer stimmen….u.a. weil man dort bei schlecht bezahlten und deshalb korrupten Beamten falsche Papiere kaufen könne.

Der französische Genetiker Axel Kahn befürchtet Diskriminierung. Zum Beispiel von Adoptivkindern.
Er bezeichnet den DNA-Test nur für Einwanderer als “unmoralisch”, zumal ein Gesetz von 1994 festschreibe, dass man die Familie in Frankreich nicht auf biologische Abstammung reduzieren dürfe.

Andererseits hat gerade dieser vom Einwanderungswilligen zu beantragende Test in Ausnahmefällen auch in Deutschland schon als Beweis gedient, wenn die nötigen Papiere fehlten.
In elf EU-Ländern ist diese Art von Beweis möglich.
Norwegen ist das einzige Land, in dem die Behörden von 200 bis 400 euro pro Test übernehmen.

So positiv sieht es auch dieser junge Mann aus Äthiopien. Er freut sich über diese Gelegenheit, legale von illegalen Einwanderern zu unterscheiden.

Eine gar nicht so seltene Einstellung von Einwanderern, die es geschafft haben.
Bleibt die Frage, welcher Familienvater etwa aus Mali kann bei fünf Kindern 2.000 euro für die Tests aufbringen?