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Deutschland und Frankreich wollen Zerschlagung ihrer Energie-Unternehmen verhindern

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Deutschland und Frankreich wollen Zerschlagung ihrer Energie-Unternehmen verhindern

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Die größten Energielieferanten in Europa sind der französische Marktführer EDF und die deutschen Konzerne E.on und RWE. In Deutschland produzieren vier Anbieter RWE , E.on , EnBW und Vattenfall Europe 80 Prozent des Stroms. Höhere Strompreise zahlen in Europa in Schnitt nur Dänen, Italiener und Niederländer.

Für durchschnittliche Haushaltskunden beziffert sich der Unterschied auf bis zu 280 Euro pro Jahr. Bislang müssen kleinere Wettbewerber die Leitungen der Großkonzerne nutzen, wenn sie keine eigenen besitzen.

In Deutschland etwa herrscht bisher intensiver Wettbewerb vor allem in den Bereichen Großkunden, Industriekunden und Gemeinden. Von den Kleinverbrauchern wird die Wechselmöglichkeit bisher kaum genutzt, weil die Preisunterschiede zwischen den Anbietern zu gering sind.

Der spanische Volkspartei-Europaabgeordneter Alejo Vidal-Quadras zu den Plänen der EU-Kommission: “Den größten Streit gibt es um die Trennung zwischen Energie-Produktion und den Netzen. Wenn man sieht, wie die Märket ticken, dann scheint das die angemessenste Lösung zu sein. Aber sie birgt auch gewisse Risiken.”

Diese Risiken sehen Fachleute nicht nur im möglichen Eindringen nicht-europäischer Investoren. Die Netze und damit auch der Wettbewerb könnten durch jahreslange Rechtsstreitigkeiten geschwächt werden. Nötige Investitionen für die Versorgungssicherheit entlegener Regionen könnten unterbleiben.

Deutschland und Frankreich wollen die Zerschlagung ihrer nationalen Unternehmen verhindern. Sieben weitere EU-Staaten haben sich ebenfalls skeptisch zu den Kommissions-Plänen geäußert.