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Erneut anti-syrischer Politiker im Libanon getötet

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Erneut anti-syrischer Politiker im Libanon getötet

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Im christlichen Teil der libanesischen Hauptstadt Beirut hat es eine Explosion gegeben. Nach Angaben der Sicherheitskräfte handelte es sich um einen Autobombenanschlag. Sieben Menschen seien getötet und 20 weitere verletzt worden. Unter den Todesopfern ist auch der Syrien-kritische Parlamentsabgeordnete Antoine Ghanem. Er gehört der christlichen Falange-Partei an, die seinen Tod bestätigte. Mit Ghanem wurde ein weiterer Parlamentarier der anti-syrischen Mehrheitskoalition von Ministerpräsident Fuad Siniora Opfer eines Anschlags. Der Libanon wird seit Ende 2004 von einer Anschlagsserie heimgesucht. Im November vergangenen Jahres war der libanesische Industrieminister Pierre Gemayel ermordet worden. Auch der Sohn des einstigen libanesischen Präsidenten Amine Gemayel gehörte der christlichen Falange-Partei an. Prominentestes Opfer eines Attentats war im Februar 2005 der frühere Regierungschef Rafik Hariri. In der kommenden Woche soll das Parlament einen neuen Präsidenten wählen. Allerdings war schon vor dem heutigen Anschlag unklar, ob die Wahl von allen politischen Gruppen anerkannt wird. Die anti-syrische Fraktion verfügt nur über eine knappe einfache Mehrheit, nach der Verfassung müssen bei der ersten Runde der Wahl aber mindestens zwei Drittel der Abgeordneten anwesend sein. Politische Verbündete des heute getöteten Ghanem sprechen deshalb von einem Versuch, die Wahl “mit Bomben zu entscheiden”.