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Tribunal erhebt Anklage gegen zweiten ehemaligen Verantwortlichen der Roten Khmer

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Tribunal erhebt Anklage gegen zweiten ehemaligen Verantwortlichen der Roten Khmer

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Bis zu zwei Millionen Menschen starben durch die Schreckensherrschaft der Roten Khmer – durch Zwangsarbeit, Folter, Hinrichtungen und Hungersnot. Die Aufarbeitung der Verbrechen zog sich lange hin. Erst auf internationalen Druck willigte Phnom Penh in die Einrichtung eines Sonder-Tribunals ein. Im vergangenen Jahr wurden die Richter eingeschworen.

Weil in der kambodschanischen Regierung noch immer frühere Khmer sitzen, soll das Tribunal nur die “ranghöchsten” Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Einer von ihnen ist der Aufseher des berüchtigten Foltergefängnisses Tuol Sleng. Kang Khek Ieu, bekannt als Duch, sitzt seit Jahren im Gefängnis. Er hatte den jetzt verhafteten Nuon Chea als Kommandanten der Mordmaschine bezeichnet. Neben Nuon und Duch will das Tribunal noch drei weitere frühere Khmer angeklagten.

Die Roten Khmer ergriffen 1975 gewaltsam die Macht in Kambodscha. In ihrem Kampf für einen maoistischen Bauernstaat vertrieben sie die Stadtbevölkerung, ermordeten Intellektuelle und zwangen Menschen in Arbeitslager. Vietnamesische Truppen beendeten die Schreckensherrschaft. Pol Pot, der Anführer der Roten Khmer, starb 1998, unbehelligt, zu Hause.