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Frankreich: Neues Einwanderungsgesetz sieht DNA-Tests vor

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Frankreich: Neues Einwanderungsgesetz sieht DNA-Tests vor

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Frankreich verschärft die Zuwanderung. Künftig soll nur noch ins Land kommen, wer die französische Sprache spricht und Kenntnisse der Werte der Republik nachweisen kann. Vor allem aber eine Neuregelung war auch in der Regierungsfraktion umstritten: Dass Einwanderer, die ihre Familie nachholen möchten, einen DNA-Test machen sollen. Jean-Francois Copé, Fraktionschef der konservativen Regierungspartei UMP, forderte Paragmatismus. Er verstehe, dass die Debatte die Menschen beschäftige. Aber die Franzosen verlangten Resultate, und daran arbeite man.

Der Test soll die Familienzugehörigkeit beweisen, etwa wenn die Kinder keine Papiere haben oder Zweifel an der Echtheit der Dokumente bestehen. Bürgerrechtsgruppen kritisieren, dass man Familie nicht auf ihre biologische Abstammung reduzieren dürfe, dazu gebe es in Frankreich sogar ein Gesetz. Am Ende wurde der Gesetzestext abgeschwächt: Der Test bleibt freiwillig, zunächst bis 2010. Die Kosten von mehreren hundert Euro werden erstattet – wenn dem Antrag stattgeben wird.

In 12 europäischen Ländern gibt es bereits DNA-Tests, auch im Nachbarland Belgien: Der Test kann unangenehm sein, vor allem aber sein Ergebnis: Etwa, wenn er beweist, dass die Tochter die eigene ist, der Sohn aber nicht – wie bei Joseph. Er ist aus dem Kongo ins Königreich gekommen. Das Kind sei unter seinem Dach aufgewachsen, nie habe er Zweifel daran gehabt, dass es seines sei. Wenn die Vaterschaft plötzlich in Zweifel gezogen werde, dann zerstöre das, einen Menschen, eine Familie.