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Staatstrauer nach Anschlag im Libanon

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Staatstrauer nach Anschlag im Libanon

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Im Libanon herrscht Staatstrauer. Nach dem Mord an dem Syrien-kritischen Abgeordneten Antoine Ghanem legte das Kabinett bei seiner heutigen Sitzung zunächst eine Schweigeminute ein. Nachher hieß es, die Präsidentenwahl werde ungeachtet des Anschlags wie vorgesehen am kommenden Dienstag stattfinden. Auch im Sitz der Falange-Partei, der Ghanem angehörte, herrschte Trauer. Die christliche Partei hat schon mehrere Anschlagsopfer zu beklagen, sie rief die Arabische Liga und den UN-Sicherheitsrat auf, für eine sichere Präsidentenwahl im Libanon zu sorgen. In Beirut machten aus Protest gegen den Anschlag viele Geschäfte nicht auf, Schulen und Behörden blieben geschlossen. Für die Libanesen ist klar: Die Tat ist ein Versuch, das Land vor der geplanten Präsidentenwahl zu destabilisieren. Bei dem Attentat starben neben dem Abgeordneten Ghanem vier Zivilisten, fast 70 Menschen wurden verletzt. Der Libanon wird seit Oktober 2004 von einer Anschlagswelle überzogen, der mehrere anti-syrische Politiker zum Opfer fielen. Auch der gestrige Mord löste weltweit Empörung aus. Ein UN-Tribunal soll nun die Hintergründe klären.