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Trauer nach Anschlag im Libanon

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Trauer nach Anschlag im Libanon

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Nach dem tödlichen Anschlag auf den Syrien-kritischen Politiker Antoine Ghanem herrscht Trauer im Libanon. Die Geschäfte in Beirut bleiben geschlossen an diesem Donnerstag, die Regierung ordnete Staatstrauer an. Für die Zeitungen ist klar: Wenige Tage bevor das Parlament einen neuen Präsidenten wählen soll, war das der Versuch, diese Wahl mit Bomben zu verhindern. Saad Hariri, Sohn des 2005 ermordeten Regierungschefs Rafik Hariri, und Anführer der anti-syrischen Kräfte im Parlament, bringt es auf den Punkt: “Die Präsidentschaft gehört nicht Saad Hariri oder Hassan Nasrallah oder Michel Aoun – sie gehört den Menschen des Libanon.” Die Libanesen sind schockiert über die Ermordung Ghanems, auch vier unbeteiligte Zivilisten wurden dabei getötet und gut 70 verletzt. “Es kommt darauf an, was die Politiker entscheiden”, sagt ein Passant in Beirut. “Aber ich hoffe, dass wir einen neuen Präsidenten bekommen, der das Land aufbaut.”

Das könne man nicht akzeptieren, sagt ein anderer: “Welches Verbrechen haben die begangen, die am Straßenrand gingen? Wie sollen wir zur Arbeit gehen, uns bewegen? Das muss man verurteilen, egal wer dahinter steckt.” Der Libanon wird seit Oktober 2004 von einer Serie politischer Morde heimgesucht. Ziel sind immer Politiker, die sich gegen den Einfluss Syriens wenden – wie etwa Rafik Hariri. Ein UN-Tribunal soll jetzt den Hintergründen nachgehen. Seit gestern hat es einen neuen Fall.