Eilmeldung

Eilmeldung

Frankreichs Präsident Sarkozy legt Details seiner Reformpläne offen

Sie lesen gerade:

Frankreichs Präsident Sarkozy legt Details seiner Reformpläne offen

Schriftgrösse Aa Aa

In einem mit Spannung erwarteten Fernseh-interview hat Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy Einzelheiten seiner geplanten Sozialreformen erläutert. Die Franzosen sollen demnach länger arbeiten und später in Rente gehen, insbesondere die Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes. Diese können gegenwärtig früher in Rente gehen als andere Arbeitsnehmer. Den Eisenbahnern, U-Bahn-Angestellten und den Beschäftigten der Gas- und Elektrizitätswerke versicherte Sarkozy hingegen, dass sich an ihren Arbeitsverträgen nichts ändern werde. Es dürfe jedoch nicht zwei Kategorien von Franzosen geben, sagte er: “Nämlich diejenigen, die 40 Jahre lang Rentenbeiträge zahlen müssten, und eine zweite Gruppe, die schon nach 37,5 Jahren in Rente gehen…” Meinungsumfragen zufolge sind 75 Prozent der Franzosen dafür, die Rentenprivilegien anzupacken.

Sarkozy kündigte außerdem an, den öffentlichen Dienst zu verkleinern. Frankreich lebe über seine Verhältnisse, sagte er. Der Staat habe Schulden in Höhe von 1.200 Milliarden Euro. Die Gehälter und Pensionen des öffentlichen Dienstes beanspruchten 45 Prozent des Staatshaushalts. Um dem abzuhelfen, solle künftig nur jeder zweite Arbeitsplatz neu besetzt werden, wenn der Beschäftige in Rente gehe. “Weniger Beamte, die besser bezahlt würden: Das wäre ein moderner öffentlicher Dienst”, so der französische Staatschef.

Sarkozys Reformprojekt stößt auf den Widerstand der Gewerkschaften. Als besonders heikel gelten die Neuerungen im Hinblick auf die Rechte der Eisenbahner, die das Land schon mehrfach mit Massenstreiks gelähmt hatten.