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Streit um Ostsee-Pipeline ungebrochen: Estland blockiert

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Streit um Ostsee-Pipeline ungebrochen: Estland blockiert

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Weiter umstritten bleibt in der Frage der Energie-Abhängigkeit auch die geplante Ostsee-Pipeline zwischen Deutschland und Russland, die die Abhängigkeit von Moskau nicht schmälert. Estland blockierte an diesem Donnerstag die Vorarbeiten in seinen Gewässern. Dort wollte das Betreiber-Konsortium Nord Stream auf finnischen Wunsch eine Umweltuntersuchung zu einer Alternativ-Route durchführen.

Nun werde man wieder auf die ursprüngliche Strecke zwischen Wyborg bei Sankt Petersburg und Greifswald zurückkommen, hieß es bei Nord Stream.

Die Baltenstaaten und Polen versuchen nach wie vor, das Projekt zu verhindern. Sie argumentieren mit Umweltsorgen. Auch die Anrainer Finnland und Schweden teilen diese, blockieren das Projekt aber nicht. Finnlands Ministerpräsident unterstützte es ausdrücklich. Den Balten und Polen würden jedoch durch die Pipeline Transitgebühren entgehen.

Der polnische konservative Europa-Abgeordnete Jacek Saryusz-Wolski meint: “Es ist ein kontroverses Thema und wir bleiben dabei, dass es kein gutes Projekt ist. Die Ostseepipeline steht gegen das Prinzip der europäischen Solidarität, sie steigert nicht die Unabhängigkeit Europas auf dem Energiemarkt, sie ist teuer und gefährlich für die Umwelt.”

Um die Nachbarn im Osten zu besänftigen – Stichwort europäische Solidarität – hat Deutschland schon angeboten, das Gas nicht nur westwärts zu verteilen, sondern auch über eine Weiterleitung ostwärts zu den EU-Partnern nachzudenken. Noch konnte dies das Eis nicht schmelzen…