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Trauer im Libanon nach Attentat auf Antoine Ghanem

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Trauer im Libanon nach Attentat auf Antoine Ghanem

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Tausende Menschen haben sich in Beirut versammelt, um am Begräbniss des vor zwei Tagen getöteten syrien-kritischen Abgeordneten Antoine Ghanem teilzunehmen. Der 64-jährige und vier weitere Menschen waren am Mittwoch durch eine ferngesteuerte Bombe getötet worden – über 70 Menschen wurden dabei verletzt. Die anti-syrische Mehrheit im libanesischen Parlament macht das Nachbarland für den Mord verantwortlich. Der Trauerzug glich teilweise einer Demonstration gegen die ehemalige Ordnungsmacht.

In wenigen Tage beginnen die Abgeordneten in Beirut die Debatten über die Wahl eines neuen Präsidenten. Es wird erwartet, dass die pro-syrischen Parlamentarier unter der Führung der schiitischen Hisbollah die Sitzungen boykottieren – und damit die Wahl unmöglich machen werden, denn laut Verfassung müssen mindestens zwei Drittel der Abgeordneten anwesend sein.

Antoine Ghanem saß seit dem Jahr 2000 für die christlichen Kataëb-Partei im Parlament. Um sich vor Attentaten zu schüzten, lebte er die letzte Zeit in Abou Dabi. Erst zweit Tage vor seinem Tod war er zurückgekehrt um an den Parlamentsdebatten zur Wahl im Vorfeld der Präsidentschaftswahl teilzunehmen, die am Dienstag beginnen sollen.