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Trauer in Beirut

Unter massiver Anteilnahme der Bevölkerung ist in Beirut der ermordete libanesische Abgeordnete Antoine Ghanem zu Grabe getragen worden. Der antisyrische Politiker und zwei seiner Leibwächter waren vor zwei Tagen durch eine Autobombe getötet worden. Die Särge der Toten wurden in einem von Tausenden begleiteten Trauerzug vom libanesisch-kanadischen Krankenhaus zur Kirche Sacré-Coeur im Stadtteil Badaro gebracht. Beim Einzug in das Gotteshaus, wo führende Politiker der antisyrischen Parlamentsmehrheit und westliche Diplomaten warteten, applaudierte die Menschenmenge.

Unter den Trauergästen waren auch der Drusenführer Walid Jumbladt, und Saad Hariri, der Sohn des im Februar 2005 getöteten Regierungschefs Rafik Hariri. Der gewaltsame Tod Ghanems überschattet den Beginn der Präsidentenwahl am Dienstag – dennoch wollen die antisyrischen Kräfte an der Wahl festhalten. Der frühere Präsident Amin Gemayel, dessen Sohn Pierre einer der insgesamt acht seit 2005 ermordeten antisyrischen Politiker war, bezeichnete den Anschlag während der Trauerfeier als “einen Grund mehr, die Wahlen abzuhalten”. Es wird aber erwartet, dass die pro-syrischen Abgeordneten unter der Führung der schiitischen Hisbollah die Parlaments-Sitzungen zur Präsidentschaftswahl boykottieren werden – und damit die Neu-Wahl unmöglich machen, denn laut Verafssung müßen dazu mindestens zwei Drittel der Parlamentarier anwesend sein.

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