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USA: Protestmarsch gegen Rassendiskriminierung

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USA: Protestmarsch gegen Rassendiskriminierung

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Mehrere zehntausend Menschen sind am Donnerstag in eine Kleinstadt im Bundesstaat Louisiana gefahren, um für die Freilassung von sechs schwarzen Jugendlichen zu demonstrieren. Aus allen Teilen der USA kamen sie nach Jena. Sie zogen zu einem Schulhof, auf dem im vergangenen Jahr eine Schlinge aufgehängt worden war, als Warnung an schwarze Schüler, ungeschriebene Grenzen nicht zu übertreten.

Im Dezember war dann ein weißer Schüler bewußtlos geschlagen worden. Die sechs mutmaßlichen schwarzen Täter waren wegen schwerer Körperveletzung nach Erwachsenenrecht angeklagt worden. Der schwarze Bürgerrechtler Jesse Jackson zieht einen Vergleich zu den Protestmärschen der Bürgerrechtsbewegung in der 50er Jahren: “1957 ging es um die Rassentrennung, in Selma um Wahlrecht. Heute geht es um eine faire Justiz”, sagt Jackson.

Obwohl ein Berufungsgericht das bislang einzige Urteil in dem Fall gegen einen 16-jährigen aufgehoben und angeordnet hat, Jugendstrafrecht anzuwenden, sind die Schwarzen empört: die weißen Jugendlichen, die die Schlingen aufgehängt hatten, wurden nie zur Rechenschaft gezogen.