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Belgier demonstrieren für die Einheit

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Belgier demonstrieren für die Einheit

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Rund eintausend Belgier haben in Brüssel für die Einheit ihres Landes demonstriert. Traditionell wird an diesem Tag mit einem historischen Umzug die Unabhängigkeit von den Niederländern vor 177 Jahren gefeiert. Sie gilt als Geburtsstunde des Königreichs. Neu ist aber, dass so viele Flamen und Wallonen durch die Hauptstadt marschierten – bewaffnet nicht nur mit Säbeln und Musketen, sondern auch einer Forderung: “Rühr mein Belgien nicht an”!

Nicht nur die Wallonen seien für die Einheit des Landes, es gebe auch viele Flamen, die dafür einträten, so ein flämischer Demonstrant. “Die sind aber viel zurückhaltender”, sagt er – auf Französisch. Die gegenwärtige Krise sei eine politische, so ein Wallone, herbeigeführt von Verrückten, die nach der Macht griffen, nicht mehr und nicht weniger. Sie seien hier um zu sagen: “Rühr mein Belgien nicht an”.

Die Sprachgrenze, die durch das Königreich verläuft, spaltet weiter die Politik. Viele Flamen wollen mehr Eigenständigkeit, die französischsprachigen Wallonen fordern Solidarität ein. Mehr als 100 Tage nach ihrem Wahlsieg ist es den flämischen Christdemokraten noch immer nicht gelungen, eine Regierung zu bilden.