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Ein neuer Ministerpräsident könnte den Pazifismus zurückbringen

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Ein neuer Ministerpräsident könnte den Pazifismus zurückbringen

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Yasuo Fukuda – das könnte der Name des neuen japanische Regierungschefs werden. Fukuda war lange Jahre Aussenminister, er gilt als gemäßigter Konservativer und Vertreter einer Annäherung mit China. Morgen wählen die Mitglieder der Liberaldemokratischen Partei Japans einen neuen Vorsitzenden, der am Dienstag im Parlament zum Ministerpräsidenten gewählt werden soll.

Fukudas partei-interner Rivale ist Taro Aso, der als erzkonservativ gilt, als ultra-Nationalist und Militarist. Während Fukuda für Gespräche mit Nordkorea ist und kann sich durchaus eine Kaiserin an der Spitze des Landes vorstellen kann, vertritt Aso eine harte Linie gegenüber dem Nachbarland und eine ausschließlich männliche Thronfolge.

Nach Medienberichten zeichnet sich der Sieg des gemäßigten Fukuda ab. Ein Passant in Tokio sieht ihm auch sein fehlendes Charisma nach: “Ein wenig Ernsthaftigkeit, das tut der Politik vielleicht gut!” Wichtig sei jetzt, dass Fukuda, der bisher eher ein Mann im Schatten war, durchhalte. Eine Frau auf der gleichen Straße sieht – ganz gleich wer gewinnt – die Liberaldemokratische Partei noch für lange Jahre an der Macht. Die Partei sei in der japanischen Gesellschaft tief verwurzelt. Die Wahl wurde nötig, nachdem der von Skandalen geschwächte Amtsinhaber Shinzo Abe in der vergangenen Woche überraschend seinen Rücktritt erklärt hatte. Wie Aso gehört auch er dem nationalistischen Flügel seiner Partei an.