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Vom Staatschef zum Gefangenen: Fujimori an Peru ausgeliefert

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Vom Staatschef zum Gefangenen: Fujimori an Peru ausgeliefert

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Der frühere peruanische Präsident Alberto Fujimori ist am Samstag als Häftling nach Lima zurückgebracht worden. Dort soll ihm wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen sowie Korruption der Prozess gemacht werden. Das Flugzeug der peruanischen Polizei, mit dem Fujimori von Chile nach Peru geflogen worden war, landete auf einer Militärbasis südlich von Lima. Anschließend wurde Fujimori mit einem Hubschrauber ins Hauptquartier der Sonderpolizei gebracht und dort inhaftiert.

Vor dem Internationalen Flughafen von Lima, wo die Maschine eigentlich hätte landen sollen, warteten mehrere Hundert Anhänger Fujimoris vergebens. Laut Umfragen ist der ehemalige Staatschef bei einem Viertel aller Peruaner noch immer beliebt. Aber auch seine Gegner machten mobil und versammelten sich in Lima zu Kundgebungen. Vor allem in den letzten Jahren seiner Amtszeit hatte Fujimori nach zahlreichen Korruptionsskandalen viele Sympathien verloren.

Fujimori stand zehn Jahre lang an der Spitze des Staates. Im Jahr 2000 floh er nach Japan. Da er auch die japanische Staatsbürgerschaft besitzt, lieferte Tokio ihn nicht aus. Vor zwei Jahren wurde Fujimori in Chile festgenommen; am Freitag hatte das dortige Oberste Gericht seiner Auslieferung an Peru zugestimmt. Im Fall eines Verurteilung drohen ihm bis zu 30 Jahre Haft.