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Magersucht: nackte Tatsachen im Großformat

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Magersucht: nackte Tatsachen im Großformat

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“Magersucht – Nein”, heißt es kurz und knapp auf dem Plakat einer italienischen Modemarke, riesengroß an der Via Manzoni und mitten im Mailänder Modeviertel. Dazu: der nackte Körper eines magersüchtigen Mädchens – ein Bild des ehemaligen Benetton-Fotografen Oliviere Toscani. Viele schockiert das.

Andere zeigen dann doch Verständnis: “Am Anfang hat mir das einen ganz schönen Schrecken eingejagt!”, sagt eine Passantin. Sie habe zunächst gar nicht begriffen, worum es eigentlich ginge. “Aber alles in allem: vieleicht eine gute Abschreckung!” Eine Ladenbesitzerin in der Via Manzoni teilt ihre Meinung: “Alle sagen, das sei ‘häßlich’ – aber ich finde dass das nicht das richtige Wort ist!” Wenn Menschen so weit gingen, wenn sie so große Probleme hätten, dann sei es doch gut, wenn sie anderen auf diese Weise von ihrer Krankheit berichten könnten.

Italienische Gesundheitsverbände kritisieren die Kampagne: Statt mit dem morbiden Reiz zu spielen, hätte man auch die Schönheit runder Formen ins Bild nehmen können.
Genau das aber fehle – auch auf der heute beginnenden Mailänder Modewoche.