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Das Massaker von Vukovar - eines der schlimmsten Kriegsverbrechen nach 1945

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Das Massaker von Vukovar - eines der schlimmsten Kriegsverbrechen nach 1945

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Das Krankenhaus von Vukovar im November 1991: Seit drei Monaten haben die Serben den Ort umzingelt. Die Artillerie der Belagerer schießt die Stadt im äußersten Osten Kroatiens in Schutt und Asche. Die Verteidiger, größtenteils mit einfachen Gewehren bewaffnete Zivilisten, geben auf. Kinder, Frauen, Männer und einige Soldaten der kroatischen Armee suchen Zuflucht im Krankenhaus. Dort, so glauben sie, sind sie sicher vor der Wut der Serben, die einst ihre Nachbarn waren; wegen der internationalen Beobachter, die ihnen sicheres Geleit verschaffen sollen. Am 19. November dringen die Serben in das zum Asyl gewordene Krankenhaus vor. Die Schutzsuchenden werden geschlagen, misshandelt. 300 Kroaten transportieren die Serben in Bussen zu einem nahegelegenen Bauernhof. Das Kommando hatten Miroslav Radic, Veselin Sljivancanin und Mile Mrksic. Erneut werden die Gefangenen geschlagen, schließlich werden sie in kleinen Gruppen abtransportiert – Frauen und Männer getrennt. 264 findet man später in einem Massengrab, von Bulldozern verscharrt. Heute leben 30.000 Menschen in der einst blühenden Donau-Stadt, Serben und Kroaten weiterhin getrennt. In jedem November kommen die Kroaten und gedenken hier ihrem Freiheitskampf. Das Leiden der Stadt Vukovar ist ihr Symbol dafür.