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UN-Sondergesandter Gambari trifft Aung Saan Suu Kyi

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UN-Sondergesandter Gambari trifft Aung Saan Suu Kyi

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Der UN-Sondergesandte in Myanmar – dem ehemaligen Birma – ist mit Oppositionsführerin Aung Saan Suu Kyi zusammengetroffen. Ibrahim Gambari hat die Friedensnobelpreisträgerin, die seit 18 Jahren fast ständig unter Hausarrest lebt, in einem staatlichen Gästehaus getroffen. Zuvor war er auch mit Vertretern der regierenden Generäle zusammengekommen. Über den Inhalt der Gespräche wurde zunächst nichts bekannt.

Nach der Unterdrückung der Massenproteste in vielen Städten des Landes ruhen die Hoffnungen der Bevölkerung und der internationalen Gemeinschaft auf den Vermittlungsbemühungen des nigerianischen Diplomaten und Untergeneralsekretärs der Vereinten Nationen für politische Angelegenheiten. Den Vorsitzenden des “Staatsrats für Frieden und Entwicklung”, Than Shwe, hatte Gambari am Sonntagnachmittag noch nicht getroffen. Ein Treffen sei aber Tagen geplant.

In Rangun verhinderte unterdessen auch heute wieder ein Großaufgebot von Sicherheitskräften neue Proteste gegen die Militärjunta. In der Innenstadt, wo vor Tagen noch Tausende Mönche demonstrierten, patrouillierten nun zahlreiche Soldaten die Straßen. Etwa 1000 Demonstranten hatten versucht zum Trader-Hotel in Rangun vorzudringen, da sie glaubten, dass Gambari dort wohnen würde. Die Junta war seit Mittwoch mit großer Härte gegen die demonstrierenden Mönche vorgegangen.

Wie in vielen anderen Städten demonstrierten in London zahlreiche Menschen für die Freilassung von Aung San Suu Kyi und gegen die gewaltsame Unterdrückung der Proteste in Myanmar. Sie riefen die britische Regierung auf, “etwas zu tun”. Ein Schriftsteller aus Myanmar, der lange in politischer Haft gesessen hatte und namentlich nicht genannt werden wollte, sagte der Deutschen Presse-Agentur, er sehe nur eine Chance auf eine demokratische Öffnung des Landes: Eine Erneuerung in der Militärjunta selbst. Gerade die Sanktionen, die andere Länder verhängten, um die Junta in die Knie zu zwingen, hätten ihre Macht nur noch zementiert. “Ohne ausländische Investitionen ist das Wirtschaftsmonopol fest in den Händen der Generäle geblieben”, sagte der Schriftsteller. So sei ihnen die völlige Kontrolle über das Land noch erleichtert worden. Auch der Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft übte indes Kritik an westlichen Reaktionen. Der Auschuss-Vorsitzende Jürgen Hambrecht sagte dem “Handelsblatt”, das Beispiel Irak habe gezeigt, dass man wissen müsse, wie es nach dem Sturz einer Militärregierung weiter gehen solle.