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Die Mönche von Rangun

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Die Mönche von Rangun

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Mönche machen derzeit Geschichte in Myamar, dem vom Westen schon fast vergessenen Land mit dem schwierigen Namen. Das funktioniert, weil sie so eng mit der Bevölkerung verbunden sind.
Jeder Buddhist kann aus dem Laienstand in ein Kloster wechseln, viele tun es für eine gewisse Zeit.

So wird mancher, der hier im Mönchsgewand mitmarschiert, eines Tages wieder einem zivilen Beruf nachgehen.

Augenzeugen berichten, dass bei einer nächtlichen Razzia Mönche gezwungen wurden, Zivilkleidung anzulegen, ehe Soldaten sie abführten.
Diese Art der Verfolgung soll aber nur ein einziges Mal funktioniert haben. In den folgenden Nächten machten die Mönche mit ihren Blechschüsseln soviel Lärm, dass die Nachbarschaft zusammenlief und sie schützte, als wieder Soldaten anrückten.

Viele der kaum zu zählenden Klöster der Hauptstadt Rangun liegen nämlich mitten in den Wohnvierteln, von normalen Wohnhäusern kaum zu unterscheiden.
Gegen Verhaltensweisen zu protestieren, die die Religion beschmutzen, dazu hätten die Mönche das Recht und auch die Pflicht, erklärt einer von ihnen.
Wenn ihnen die einfachen Menschen ihre Not klagen, dann müssten sie diese Botschaft den Herrschenden zu Gehör bringen. Auf welche Weise auch immer.

Ein anderer, der vor der Verfolgung ins Nachbarland Thailand geflohen ist, wird noch deutlicher.
Er bittet ohne Umschweife die westlichen Staaten um schnelle Hilfe bei der Erringung von Demokratie in Myamar. Die Menschen könnten nicht länger in dieser Zwangsjacke aus Angst und Unterdrückung leben.

Das Militärregime ist sich des großen Einflusses sehr wohl bewusst, der von den Mönchen ausgeht.
Deshalb haben die Generäle diesen “Ältestenrat” berufen, über den sie ihrerseits die Gläubigen zu beeinflussen versuchen.

Wie das ausgeht, erscheint zur Zeit noch völlig offen. Vielleicht ist es schon ein kleiner Sieg, dass die Generäle diesmal kein so brutales Vorgehen wagten wie 1988.