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Tausend britische Soldaten verlassen Irak

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Tausend britische Soldaten verlassen Irak

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Eintausend britische Soldaten sollen bis Weihnachten aus dem Irak zurückkehren; doppelt so viele wie bisher geplant. Das gab Regierungschef
Gordon Brown bei einem Besuch im Irak bekannt. Dort sprach er mit seinem Kollegen Nuri al-Maliki, einem schiitischen Moslem, aber auch mit Vertretern der Sunniten sowie der Bevölkerungsgruppe der Kurden.

Brown kündigte an, innerhalb der nächsten zwei Monate könnten irakische Sicherheitskräfte die Kontrolle in der Provinz Basra übernehmen, wo die brítischen Soldaten jetzt noch stationiert sind. Immerhin seien dreißigtausend Mann dafür ausgebildet worden; damit könne man für die britischen Truppen nun andere Entscheidungen treffen.

In den drei weiteren Provinzen im Südirak, wo sie
verantwortlich waren, haben die Briten diese Verantwortung schon an die Iraker abgegeben. Nur am Rand von Basra, der zweitgrößten Stadt, sind sie jetzt noch stationiert: Aus der Stadt selbst haben sie sich vor kurzem zurückgezogen, nachdem die Zahl der Anschläge gegen sie immer weiter zunahm. Viereinhalbtausend britische Soldaten sollen nun Ende des Jahres noch im Irak sein; ein Bruchteil der einstigen Truppenstärke von 2003, dem Jahr des Einmarschs im Irak.

In Großbritannien selbst vermuten nun manche, dass Brown mit dieser Ankündigung Sympathiepunkte sammeln wollte und vielleicht schon bald eine Parlamentswahl ansetzt. Bisher ist er nicht gewählt; er hatte das Amt im Sommer von Tony Blair nur übernommen. Die nächste Wahl müsste ansonsten spätestens 2010 stattfinden. Brown kann sie aber auch jederzeit vorher ansetzen; und zur Zeit sind die Umfragen für ihn und seine Labour-Partei günstig.