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der "Sputnik-Schock" von 1957

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der "Sputnik-Schock" von 1957

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Für das “Geophysikalische Jahr 1957/58” hatte die Sowjetunion den ersten Start eines künstlichen Erd-Trabanten angekündigt. Als der sich dann schon am 4. Oktober 1957 piepsend aus dem All meldete, war die Fachwelt dennoch überrascht.

Im Westen hatte man nicht vor 1958 damit gerechnet. Fast wäre es so gekommen, hätte sich Raketen-Konstrukteur Sergeij Koraljow nicht mit seiner “abgespeckten “Variante durchgesetzt, aus Sorge, am Ende doch noch von den Amerikanern überholt zu werden.

Die Welt lernte das Wort “Sputnik”.
Der erste wog 83,6 Kilo, war eine Kugel von 58 Zentimetern Durchmesser.

Boris Tschertok, damals einer der Mitarbeiter von Koroljow, bekennt Jahrzehnte danach, damals die Bedeutung nicht erkannt zu haben.
Wie andere Kollegen auch habe er es eher als “Koroljows Spielzeug” angesehen.
Dabei war dieser kleine glänzende Ball in seiner so einfachen Konstruktion doch ein großer Fortschritt für die Menschheit.

Diesen Mann kannte man im Westen nur als
“Mister X”: Der Konstrukteur der Interkontinentalraketen, Sergiej Pawlowitsch Koroljow, wurde in der Sowjetunion bis zu seinem Tod 1966 als “Staatsgeheimnis” behandelt .

Koroljow hatte für die Konstruktion der Trägerrakete weiterentwickelt, was die Rote Armee am Ende des Krieges an Unterlagen über die deutsche V-2 noch hatte finden können.

1957 war mitten im kältesten kalten Krieg vor allem der Überraschungseffekt wichtig.
Nicht umsonst sprach man im Westen vom “Sputnik-Schock”.

Entscheidend war die Botschaft:
Wer so eine piepsende Kugel ins Weltall befördern kann, der kann auch mit weniger friedlichen Geräten jeden Punkt der Erde erreichen.

Zeitzeuge Tschertok bestätigt:
Der kalte Krieg hat die Entwicklung der Raumfahrt befördert. “Hätten wir so friedlich zusammengelebt wie heute, dann hätte keine Seite so viel Geld in die Entwiclkung der Kosmostechnologie gesteckt.”

12 Jahre sollte es dann noch dauern, ehe es den Amerikanern mit der Landung auf dem Mond gelang, auf einem Gebiet der Raumfahrt an den Sowjets vorbeizuziehen.