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Porträt eines Militärmachthabers

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Porträt eines Militärmachthabers

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Seine Autobiographie heisst “In der Schusslinie” und besser kann die Lebensgeschichte des pakistanischen Machthabers Pervez Musharraf kaum zusammengefasst werden. Seit er 18 Jahre alt ist, gehört er der Armee seines Landes an. 1999 putschte er sich gewaltlos an die Macht. Der Kampf gegen die Bedrohung durch Al Qaida und die Taliban diente ihm seit 2001 als Rechtfertigung, dass das Land vom Militär regiert wird. Er wird enger Verbündeter der USA.

Musharraf, der als Präsident mindestens zwei Mordanschläge überlebte, geriet in jüngster Zeit zunehmend unter Druck. Zuletzt im Juli, als er die von Islamisten besetzte Rote Moschee im Zentrum der Hauptstadt Islamabad stürmen liess.

Doch der General machte sich nicht nur die muslimischen Extremisten zum Feind. Als er im März den obersten Richter des Verfassungsgerichts, Iftikhar Chaudhry, suspendierte, kam es zu Massenprotesten. Musharraf stand die Machtprobe nicht durch. Das Verfassungsgericht zwang ihn im Juli, Chaudhry wieder ins Amt einzusetzen.

Dass viele Pakistaner Musharraf nicht mehr an der Macht haben wollten, konnte seinen Wahlsieg nicht verhindern. Wenn Musharraf Wort hält, wird er vor der Vereidigung zum Präsidenten vom Amt des Armeechefs zurückzutreten. Dann wird er die Uniform, die ihm in mehr als 45 Jahren Dienstzeit zur zweiten Haut geworden ist, an den Nagel hängen.