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Heftige Kritik an Browns Neuwahl-Entscheidung - Britische Konservative wittern Morgenluft

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Heftige Kritik an Browns Neuwahl-Entscheidung - Britische Konservative wittern Morgenluft

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Nachdem der britische Premierminister Gordon Brown vorzeitige Wahlen ausgeschlossen hat, herrscht Aufregung im Königreich. Brown hatte am Samstag erklärt, es werde bis 2009 keine Parlamentswahlen geben. Der Grund für Browns Haltung dürfte in neuesten Umfragen zu suchen sein: Bis vor kurzem lag Labour klar in Führung – nun aber hat die Regierungspartei ihren Vorsprung eingebüßt. Britische Medien bezeichneten den Rückzieher des Premierministers als beschämend und kritisierten, Brown habe offenbar der Mut verlassen.

Im Aufwind sehen sich nun die oppositionellen Konservativen. Sie liegen in aktuellen Umfragen vor Labour, und Parteichef David Cameron geht mit Brown hart ins Gericht. “Der Premierminister hat sich schwach und unentschlossen gezeigt”, so Cameron. “In den vergangenen Monaten hat er sich nicht auf die Regierungsarbeit, sondern auf einen Wahlkampf konzentriert, und jetzt macht er einen demütigenden Rückzieher. Es ist enttäuschend, dass wir wahrscheinlich zwei Jahre auf den Regierungswechsel warten müssen, den das Land braucht.”

Camerons Kritik wird von einigen Labour-Parlamentariern geteilt. Aber es gibt auch andere Stimmen. Der Labour-Abgeordnete Martin Linton etwa hat Verständnis für Brown: “Einige Regierungschefs haben vorgezogene Neuwahlen festgesetzt, Ted Heath, Harold Wilson, Clement Attlee, aber es ging immer schlecht für ihre Partei aus. Ich denke, Brown hat sich richtig entschieden.” Brown selbst begründete seinen Entschluss damit, dass er den Briten zunächst seine Visionen aufzeigen wolle. Dafür hat er sich nun selbst noch zwei Jahre Zeit gegeben.