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EU nimmt chinesische Währung ins Visier

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EU nimmt chinesische Währung ins Visier

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Vor dem Hintergrund des Höhenflugs des Euro nimmt die EU die unterbewertete Währung Chinas ins Visier. Der Yüan sei der Hauptstörenfried auf den Devisenmärkten, hieß es beim Finanzminister-Treffen in Luxemburg. Bisher hatte sich die Eurozone mit Kritik an China zurückgehalten und starke Worte den USA überlassen.

Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker erklärte, es sei allgemein wünschenswert, dass Schwellenländer flexible Wechselkurse und damit notwendige Korrekturen ermöglichten. Dies gelte ganz besonders für China – das Land sei das Währungsproblem Nummer eins.

Tatsächlich fällt der Höhenflug des Euro im Vergleich zu den Währungen Japans, der USA und Chinas unterschiedlich aus. Seit Jahresbeginn legte der Euro gegenüber dem Yen am meisten zu, nämlich um elf Prozent. Gegenüber dem Dollar betrug der Wertzuwachs neun, gegenüber dem Yüan sechs Prozent.

Noch vor Jahresende soll eine Spitzendelegation der Eurozone nach China reisen, um mit den dortigen Verantwortlichen eine Yüan-Aufwertung anzusprechen. Die Europäer verlangen, dass Wechselkurse die wirtschaftlichen Eckdaten widerspiegeln sollen.

Der Volksrepublik wurde in der Vergangenheit vor allem von den USA vorgeworfen, den Yüan künstlich schwach zu halten. Dadurch wolle Peking die Absatzchancen seiner Exporte und das Wachstum seiner Wirtschaft steigern. Das Problem der Wechselkurse soll am 19. Oktober auch bei einem Treffen der G7-Staaten in Washington erörtert werden.